via·tech
Energie & Laden

Lithium-Akkus sicher lagern und entsorgen: aufgeblähte Akkus, Brandrisiko, Rückgabe

Warnzeichen erkennen, aufgeblähte Akkus richtig behandeln, sicher lagern und laden, Pole abkleben und alte Akkus nach BattDG und ElektroG zurückgeben.

via·tech Redaktion Aktualisiert: 17. September 2026
Symbolgrafik von via·tech zum Thema Energie & Laden

Lithium-Akkus stecken in Werkzeugen, E-Bikes, Powerbanks und Ersatzpacks, die oft jahrelang in der Schublade liegen. Genau dort entstehen viele Probleme: bei der Lagerung, beim Laden und beim Wegwerfen. Dieser Ratgeber zeigt, woran du einen kritischen Akku erkennst, wie du ihn lagerst und über welchen Weg er ordnungsgemäß zurückgeht. Weitere Ratgeber rund um Akkus und Ladetechnik findest du im Themenbereich Energie & Laden.

Warum Lithium-Akkus besondere Vorsicht verlangen

Der Grund ist die hohe Energiedichte: viel gespeicherte Energie auf wenig Raum. Das Umweltministerium Baden-Württemberg weist darauf hin, dass sich solche Akkus entzünden können, und nennt als typische Auslöser mechanische Beschädigung, etwa durch einen Sturz, und vor allem den Kurzschluss freiliegender Pole.

Wichtig ist dabei eine Unterscheidung: Solange ein Akku unbeschädigt und bestimmungsgemäß in einem Gerät verbaut ist, bestehen diese Gefahren laut Ministerium normalerweise nicht. Kritisch wird es, sobald der Akku lose herumliegt, beschädigt ist oder zur Entsorgung ansteht.

Das erklärt auch, warum riskante Situationen häufig nicht im laufenden Betrieb entstehen, sondern in Schubladen, Umzugskartons und Sammelbehältern. Dort liegen Akkus über Monate ohne Aufsicht, oft zusammen mit Metallteilen, und niemand bemerkt eine beginnende Veränderung.

Warnzeichen früh erkennen

Ein Akku kündigt Probleme oft sichtbar an. Achte auf ein aufgeblähtes oder gewölbtes Gehäuse, auf Spalten zwischen Gehäuseteilen, auf ein Gerät, dessen Rückseite nicht mehr plan aufliegt, und auf ein Display oder einen Deckel, der sich hebt.

Dazu kommen weitere Hinweise: ungewöhnliche Wärme im Ruhezustand, ein süßlicher oder stechender Geruch, Verfärbungen, Schmorspuren und ein Ladeverhalten, das plötzlich stark abweicht. Warte nicht darauf, dass Rauch entsteht. Sichtbare Veränderungen reichen aus, um ein Gerät aus dem Betrieb zu nehmen.

Bei Werkzeug- und E-Bike-Akkus kommen mechanische Hinweise dazu: ein Akkupack, das nicht mehr sauber einrastet, ein Gehäuse mit Spiel oder sichtbare Spuren eines Sturzes. Ein Akku, der heruntergefallen ist, kann äußerlich unversehrt aussehen und im Inneren trotzdem beschädigt sein. Beobachte ihn in den folgenden Tagen aufmerksamer als sonst und lade ihn nur unter Aufsicht.

Was du bei einem aufgeblähten Akku sofort tust

Trenne das Gerät vom Ladegerät, sofern das gefahrlos möglich ist. Ein aufgeblähter Akku wird nicht mehr angeschlossen, auch nicht kurz, um zu sehen, ob er noch lädt.

Danach gilt: nicht durchstechen, nicht verbiegen, nicht aufschrauben, nicht zusammendrücken. Bringe das Gerät an einen Ort mit nicht brennbarem Untergrund, etwa auf eine Steinfliese oder in einen Metallbehälter ohne Deckel, mit Abstand zu Möbeln, Textilien und Papier. Die Abfallberatung in Bayern empfiehlt, beschädigte Batterien einzeln zu verpacken und zeitnah abzugeben. Frag bei der Sammelstelle vorher nach, wie sie beschädigte Akkus annimmt, denn nicht jede Annahmestelle ist dafür eingerichtet. Bei Rauchentwicklung oder offenem Feuer rufst du die Feuerwehr unter 112 und verlässt den Raum.

Lagern: Ladezustand, Temperatur, Ort

Für längere Pausen sollte ein Akku weder vollständig leer noch dauerhaft randvoll eingelagert werden. Eine allgemeingültige Prozentzahl gibt es nicht, weil sich Zelltypen und Akkupacks unterscheiden; maßgeblich sind die Angaben des Herstellers in der Bedienungsanleitung.

Beim Ort ist die Regel einfacher: trocken, kühl, ohne direkte Sonne und ohne Nähe zu Heizkörpern oder leicht entzündlichen Stoffen. Frost ist ebenfalls ungünstig, deshalb gehören Akkus im Winter nicht in eine ungeheizte Garage. Größere Akkus stehen standsicher und nicht dort, wo sie herunterfallen können. Werkzeugakkus bleiben am besten in ihrer vorgesehenen Aufnahme oder einem Koffer, Ersatzakkus in der Originalverpackung oder mit geschützten Kontakten.

Für große Akkus, etwa aus E-Bikes, gilt zusätzlich: nicht im Fluchtweg lagern. Ein Treppenhaus oder ein enger Flur ist genau der Ort, an dem ein Zwischenfall am meisten anrichtet. Ein trockener Nebenraum mit festem, nicht brennbarem Untergrund ist die deutlich bessere Wahl.

Laden: Untergrund, Aufsicht und Zubehör

Lade auf einer nicht brennbaren Fläche und nicht auf Sofa, Bett, Teppich oder gestapeltem Papier. Ein freier Bereich rund um das Gerät schafft keine absolute Sicherheit, verschafft im Ernstfall aber Zeit und verhindert, dass sich ein Defekt sofort ausbreitet. Große Akkus lädst du am besten, während jemand zu Hause und wach ist.

Beim Zubehör lohnt Sorgfalt. Nutze das vom Hersteller vorgesehene Ladegerät oder ein nachweislich passendes. No-Name-Ladegeräte ohne erkennbare Herstellerangaben, ohne CE-Kennzeichnung und ohne nachvollziehbares Datenblatt sind ein vermeidbares Risiko, besonders bei großen Akkus. Bei Smartphones und Tablets ist ein Netzteil mit USB Power Delivery der sichere Standard – was Power Delivery, Watt und das passende USB-C-Kabel bedeuten, erklärt ein eigener Ratgeber. Sieh außerdem Kabel und Stecker vor dem Anschließen kurz an: Brüche, Schmorspuren und wacklige Verbindungen sind ein Grund, das Zubehör auszutauschen.

Pole abkleben: der wichtigste Handgriff

Vor der Abgabe gehören die Pole abgeklebt. Das Umweltministerium Baden-Württemberg nennt handelsüblichen Klebestreifen oder Isolierband als Mittel der Wahl und empfiehlt das für Lithium-Akkus und -Batterien bis hin zu kleinen Knopfzellen. Lose Ersatzakkus, die du zu Hause aufbewahrst, schützt du auf dieselbe Weise oder mit Schutzkappen.

Der Hintergrund ist der Kurzschluss zwischen freiliegenden Kontakten, etwa in einer Sammelbox oder in einer Tasche voller Kleinteile. Der Handgriff dauert Sekunden und ist eine der wirksamsten Einzelmaßnahmen auf dem gesamten Weg zur Sammelstelle.

Sammle alte Akkus zu Hause nicht monatelang, sondern gib sie ab, sobald ein paar zusammengekommen sind. Ein Behälter mit vielen alten Zellen ist genau das Risiko, das du in der Wohnung vermeiden willst.

Rückgabe im Handel nach dem BattDG

Seit dem 7. Oktober 2025 gilt in Deutschland das Batterierecht-Durchführungsgesetz (BattDG). Es setzt die EU-Batterieverordnung in nationales Recht um und hat das frühere Batteriegesetz abgelöst.

Für Verbraucher sind zwei Regeln entscheidend. Erstens die Pflicht der Endnutzer: Altbatterien und Altakkus müssen getrennt vom Restmüll gesammelt und zurückgegeben werden. Zweitens die Rücknahmepflicht des Handels nach § 14 BattDG: Händler müssen Altbatterien von Endnutzern unentgeltlich zurücknehmen, und zwar für die Batteriearten, die sie selbst als neue Batterien im Sortiment führen oder geführt haben, in den Mengen, die im Haushalt üblicherweise anfallen. Ein Neukauf ist dafür nicht nötig. Die Sammelboxen in Supermärkten und Drogerien sind für Gerätebatterien gedacht; Akkus aus E-Bikes und E-Scootern gibst du dort ab, wo solche Akkus verkauft werden, also meist im Fahrradfachhandel, oder am Wertstoffhof.

Wertstoffhof und kommunale Sammelstellen

Neben dem Handel sind die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger nach § 15 BattDG verpflichtet, Altbatterien aus Haushalten kostenlos anzunehmen. In der Praxis sind das Wertstoffhöfe und mobile Schadstoffsammlungen. Sie sind vor allem dann der richtige Weg, wenn ein Geschäft die Akkuart nicht führt oder wenn es um größere oder beschädigte Akkus geht.

Die Abfallberatung in Bayern empfiehlt, Batterien möglichst entladen abzugeben und die Pole vor der Abgabe abzukleben. Wie beschädigte Akkus angenommen werden, regelt jede Kommune selbst, deshalb lohnt ein Blick auf die Seite deines Abfallwirtschaftsbetriebs oder ein kurzer Anruf.

Geräte mit eingebautem Akku

Viele Geräte lassen sich nicht öffnen, ohne sie zu beschädigen. Hier gilt nach dem Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG): Batterien und Akkus, die sich ohne Zerstörung entnehmen lassen, nimmst du vor der Abgabe heraus und gibst sie separat zurück. Geräte aufzuschrauben oder aufzubrechen ist ausdrücklich nicht gemeint.

Bleibt der Akku verbaut, geht das ganze Gerät den Weg der Elektroaltgeräte. Nach § 17 ElektroG müssen Händler mit einer Verkaufsfläche für Elektrogeräte von mindestens 400 Quadratmetern sowie Lebensmittelhändler mit mindestens 800 Quadratmetern Gesamtverkaufsfläche, die regelmäßig Elektrogeräte anbieten, kleine Altgeräte, die in keiner Abmessung größer als 25 Zentimeter sind, unentgeltlich zurücknehmen, bis zu drei Stück je Geräteart und ohne Neukauf. Größere Geräte nehmen diese Händler beim Kauf eines gleichartigen Neugeräts zurück. Der Wertstoffhof nimmt Elektroaltgeräte aus Haushalten ohnehin an.

Typische Fehler bei der Entsorgung

Der häufigste Fehler ist der Restmüll oder die Wertstofftonne. Dort landen Akkus in Müllfahrzeugen und Sortieranlagen, in denen sie gequetscht werden können – genau die mechanische Beschädigung, die ein Akku nicht verträgt.

Ein zweiter Fehler sind lose, nicht abgeklebte Akkus in einer Tüte oder im Sammelkarton, zusammen mit Schrauben, Münzen oder anderen Batterien. Ein dritter ist der Versand: Lithium-Akkus unterliegen beim Transport Gefahrgutregeln, und viele Paketdienste befördern lose oder beschädigte Akkus nicht oder nur unter Auflagen. Gib Altakkus deshalb persönlich ab, statt sie zu verschicken. Auch auf Reisen gelten eigene Regeln, etwa dafür, wann eine Powerbank ins Handgepäck darf und wann nicht – beschädigte Akkus sind dort grundsätzlich ausgeschlossen.

Häufige Fragen

Woran erkenne ich einen gefährlichen Akku?

An einem gewölbten oder aufgeblähten Gehäuse, an Spalten und Verformungen, an ungewöhnlicher Wärme im Ruhezustand, an auffälligem Geruch und an Schmorspuren. Solche Geräte gehören sofort aus dem Betrieb.

Darf ich einen aufgeblähten Akku noch einmal laden?

Nein. Trenne ihn vom Strom, lege ihn auf einen nicht brennbaren Untergrund mit Abstand zu brennbaren Materialien und gib ihn zeitnah an einer Sammelstelle ab. Frage dort vorher nach, wie beschädigte Akkus angenommen werden.

Wie lagere ich Ersatzakkus über den Winter?

Trocken, kühl, ohne direkte Sonne und ohne Nähe zu Heizquellen, mit geschützten Kontakten und weder ganz leer noch dauerhaft voll. Die genauen Angaben zum Ladezustand nennt der Hersteller.

Wohin mit alten Akkus?

In den Handel oder zum Wertstoffhof. Händler müssen nach dem BattDG Altbatterien der Art zurücknehmen, die sie selbst verkaufen oder verkauft haben, kommunale Sammelstellen nehmen Batterien aus Haushalten an. Der Hausmüll ist tabu.

Muss ich für die Rückgabe etwas kaufen?

Nein. Die Rückgabe von Altbatterien im Handel ist kostenlos und nicht an einen Neukauf gebunden.

Was mache ich mit einem Gerät, dessen Akku fest verbaut ist?

Gib das komplette Gerät als Elektroaltgerät ab, etwa am Wertstoffhof oder bei einem rücknahmepflichtigen Händler. Aufschrauben oder Aufbrechen ist nicht nötig und sollte unterbleiben.